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Cosmic Encounter ist ein komplexes Brettspiel mit recht einfachen Grundregeln und einer überschaubaren Spieldauer von gut einer Stunde. Die Spieler (3-6) repräsentieren jeweils eine Kosmische Macht, die ausgehend von fünf Heimatplaneten versucht, fünf Basen auf fremden Planeten zu errichten. Dies geht recht einfach durch Raumschiffe repräsentierende Holzplättchen, zu denen der Wert (1 bis 40) einer auszuspielenden Herausforderungskarte zu addieren ist.

Kompliziert und abwechslungsreich wird das Spiel erst durch die Einflüsse der Kosmischen Mächte. Diese Mächte können, wenn ihre Karte ausgespielt wird, die Spielregeln auf den Kopf stellen. Wer zum Beispiel die Kosmische Macht der Loser repräsentiert, kann bestimmen, daß der Verlierer bei einer Herausforderung gewinnt. Cosmic Encounter ist ein lohnendes Spiel nicht nur für Fantasy- und Sciencefiction-Fans, sondern für alle, die bereit sind, sich mit einem manchmal verzwickten Spielablauf auseinanderzusetzen.

Cosmic Encounter ist in den USA in der Eon-Version erstmalig im Jahre 1977 erschienen, in der Bundesrepublik im Jahre 1985. Bei der erneuten Herausgabe dieses Spiels Anfang der 90er Jahre durch Mayfair Games und Hexagames (deutsche Ausgabe) gab es bereits viele Fans dieses Spiels. Am 21. Oktober 1992 wurde Cosmic Encounter (Hexagames-Version) im Rahmen der Spiel '92 der 6. Platz Deutscher Spiele Preis 1992 verliehen. Dieser Preis ist ein aus Umfragen von Spielefachhändlern, Spielkritikern und Spielexperten erhobener Publikumspreis.


Der Spielablauf

Cosmic Encounter ist wohl das chaotischste Spiel das es gibt - das ist aber positiv gemeint! Der Kern besteht darin, daß jeder Spieler die Spielregeln auf eine Weise brechen darf, die durch die Kosmische Macht bestimmt wird, die er im Spiel repräsentiert.

Jede Kosmische Macht verfügt über ein Heimat-Sonnensystem mit fünf Planeten und 20 Raumschiffen (siehe), die anfangs gleichmäßig auf den eigenen Planeten verteilt sind. Das Ziel ist, auf fünf fremden Planeten Basen zu errichten, indem ein oder mehrere eigene Raumschiffe auf diesen Planeten landen. Das Landerecht muß jedoch in einer Herausforderung zwischen zwei Hauptspielern erkämpft werden; für diesen Kampf kann der sogenannte Offensivspieler, aber auch sein Gegner, der Devensivspieler, sich Unterstützung von Verbündeten holen, indem er diese einlädt, ihm zu helfen.

Jeder Mitspieler wird der Reihe nach Offensivspieler und bestimmt für die von ihm durchzuführende Herausforderung den Devensivspieler durch ziehen einer Karte vom sogenannten Schicksalsstapel. Alle anderen Mitspieler können in dieser Herausforderung als Verbündete fungieren, wenn sie eingeladen werden.

Die Kampfkraft wird für beide Seiten bestimmt durch die Anzahl der eingesetzten Raumschiffe und den Wert einer auszuspielenden Herausforderungskarte. Da letztere nicht nur eine Zahl, sondern auch einen Kompromiß darstellen kann, gibt es drei verschiedene Ergebnistypen, nämlich x:y (Mehrheit gewinnt), z:K (z gewinnt, aber K bekommt eine Belohnung für die Kompromißbereitschaft) und K:K (niemand gewinnt, sondern die beiden Mächte müssen sich innerhalb einer Minute verhandlungseinig werden).

Wer die beiden Hauptspieler unterstützt hat, kann im Falle eines Erfolges profitieren: als Mit-Angreifer kann er die eingesetzten Raumschiffe ebenfalls auf den angegriffenen Planeten setzen, als Verbündeter des Defensivspielers kann er entsprechend der Anzahl seiner eingesetzten Raumschiffe bereits verlorene eigene Raumschiffe aus dem Schwarzen Loch retten oder Karten ziehen. Wer als Hauptspieler oder Verbündeter verliert, verliert die eingesetzten Raumschiffe ins Schwarze Loch.

Die gezogenen Karten können Herausforderungskarten, Blitzerkarten oder Ediktkarten sein. Die Blitzerkarten sind besonders mächtige Ereigniskarten, die den speziellen Einsatz einer Kosmischen Macht erlauben. Wer diese selbst repräsentiert, setzt sie mit der Super-Eingenschaft ein, wer nicht, mit der Normal-Eigenschaft. Die Ediktkarten sind Ereigniskarten, mit denen ein Spieler in den Ablauf eingreifen kann. Auf den Ereigniskarten ist angegeben, in welcher der zehn Phasen einer Herausforderung sie gespielt werden dürfen.

Damit man die eigene Macht einsetzen kann, muß man mindestens drei Basen in seinem Heimat-Sonnensystem haben, sonst verliert man die Macht, bis man wieder über drei oder mehr Heimat-Basen verfügt.